Bundestagswahl 2013: … und der Verlierer ist: Deutschland und Europa

Kommentar nach der Wahl

Hier eine inzwischen leicht überarbeitete und erweiterte Version meiner Rundmail vom 23.09.2013. Siehe auch den hervorragenden Kommentar von Peter Helmes.

Liebe Leute,

sicher haben die meisten gestern mit ebenso großer Spannung wie ich die Hochrechnungen mitverfolgt (wobei ich leider erst recht spät am Abend eine offizielle Online-Quelle entdeckt habe, bei der man viel aktueller und genauer den Stand der Auszählungen hätte verfolgen können). Zu den Wanderbewegungen der Wähler zwischen den Parteien und zu ihrer Zusammensetzung nach Alter und Bildung gibt es bei der SZ interessante Statistiken. Und auf Youtube eine Aufzeichnung der aufschlussreichen live-Talk-Runde mit Günter Jauch unter dem Titel „Nach der Bundestagswahl – wie wird Deutschland jetzt regiert?“, zu der es bei RP-Online eine gute Zusammenfassung gibt. Die besten Aussagen darin kamen aus meiner Sicht von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der „Zeit“, der u.A. (in Minute 40) völlig zu recht meinte: „Das [Potential der AfD] wird genährt werden, wenn sich die Parteien nicht offensiv dem Europa-Thema stellen und nicht so tun: ‚Hoffentlich merkt das keiner so richtig — wir diskutieren im Wahlkampf eher über Nebensächlichkeiten, damit wir uns hier nicht ne Front aufmachen, die möglicherweise den Falschen nutzt.’“

Ich sehe das Gesamtergebnis als ziemlich deprimierend. Denn die größten, aber allgemein kaum erkannten Verlierer sind: Deutschland, aber auch die Bürger der anderen europäischen Länder in Europa (wobei mit Letzterem nicht die Institution EU gemeint ist, die ich v.A. aus Demokratie-Sicht als höchst kritisch, ja sogar als gefährlich einstufe). Wer diese Einschätzung überraschend oder gar falsch findet, den möchte ich an das erinnern, was ich größtenteils schon letztes Jahr online zusammengetragen habe, besonders hier – und gegebenenfalls zu einer fundierten Gegenargumentation auffordern.
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